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Geschichte

Ortsgeschichte Grefrath

Wappen des Ortsteils Grefrath

Der Name Grefrath leitet sich von Greverode (Rodung der Grafen) ab. Urkundlich ist die Gemeinde Grefrath erstmals 1177 erwähnt.

vor 1177Der linke Niederrhein war für einige Jahrhunderte Teil des römischen Imperiums mit einem Netz ausgebauter Straßen und Ladgüter. Man kann vermuten, dass in Grefrath auch solche Landgüter, im Besitz der aus der Armee ausgeschiedenen Soldaten existierten, wenn auch bisher keine entsprechenden Funde vorliegen.
1177Grundherr, ein Graf von Maubach, der Patron der Sankt Laurentius-Kirche zu Grefrath war, versuchte die Sankt Laurentius-Kirche und einen Teil seines Grundbesitzes in die Gründung eines Klosters für Chorherren einzubringen, jedoch ohne Erfolg. Aber seit dieser Zeit bis zum Ende der französischen Besetzung von 1794 bis 1813 und noch ein paar Jahre länger waren Chorherren des Prämonstratenser-Klosters in Knechtsteden Pfarrer an der Grefrather Kirche. Leider weiß man nicht genau, ab welchem Zeitpunkt Grefrath als Mittelpunkt einen Anzahl von Höfen und existierte.
1243Die Landesherrschaft wechselte. Die Herren von Krickenbeck verkauften an den Grafen von Geldern, der später zum Herzog erhoben wurde. Kriege und Frieden wechselten wie überall. Immer wieder wurde das Land von Heeren durchzogen, die sich aus dem Lande ernährten, mitunter auch mit Mord und Plünderung und Einquartierung Schrecken verbreiteten. So auch im Dreißigjährigen Krieg, in dem die Niederlande für ihre Unabhängigkeit von Spanien kämpften. Zu den Niederlanden gehörte auch das Herzogtum Geldern. Dieser Unabhängigkeitskrieg dauerte über den Friedensschluss in Münster und Osnabrück von 1648 hinaus noch weitere 11 Jahre.
1713war ein Teil des Herzogtums Geldern Teil des Oberquartiers des preußischen Königreiches geworden. Nach dem Abzug der Franzosen und nach den 1815 auf dem Wiener Kongress ausgehandelten Verträgen wurde das Land im Zusammenhang mit der Rheinprovinz wieder preußisch und blieb bis zur Auflösung Preußens im Jahre 1946. Grefrath blieb in diesen Jahrhunderten stets eine von der Landwirtschaft geprägte Gemeinde. Die Erträge reichten meistens zur Ernährung der örtlichen Bevölkerung. Aus der Landwirtschaft entwickelten sich nach und nach die Textilberufe und schließlich die Textilindustrie. Zunächst wurde auf dem Hof und in der bäuerlichen Familie, vor allem im Winter, gesponnen, gewebt und gefärbt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich, angestoßen durch die preußische Gewerbepolitik, das Samtband-Handwerk. Das dazu benötigte Seidengarn wurde von Norditalien importiert.
1756Im Siebenjährige Krieg von 1756 bis 1763 besetzten französische Truppen den Niederrhein, sie waren auch in Grefrath. Die Gemeinde musste für die Kriegslasten eine hohe Verschuldung auf sich nehmen, deren Tilgung bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte.
1794kamen die Franzosen, die den Niederrhein bis zum Rhein besetzten. Es wurden französische Verwaltungsformen eingeführt mit einem Maire (Bürgermeister) und einem Conseil municipal (Gemeinderat). Das ebenfalls neue bürgerliche Recht (Code Civil), das bis 1900 auch unter preußischer Herrschaft weiter galt, beinhaltete zum Beispiel die Verordnung der Zivilehe und die Einrichtung von Standesämtern. Auch die Pockenschutzimpfung wurde damals eingeführt. Erst mit dem Frieden von Luneville im Jahre 1801 wurde der linke Niederrhein auch staatsrechtlich Teil Frankreichs. Grefrath gehörte zum Departement Roer (deutsch: Rur) mit dem Verwaltungssitz in Aachen.
1801Es wurden auch Grefrather junge Männer zum Kriegsdienst in den französischen Armeen herangezogen.
1810Ab dieser Zeit bis 1975 entstanden in Grefrath immer größere Textilfabriken, in denen bis zu etwa 1.200 Arbeitskräfte beschäftigt waren. Seit 1985 gibt es in Grefrath keine Textilproduktion mehr.
1813Um den Jahreswechsel 1813/1814 zogen die Franzosen wieder ab.
1960In den Jahren nach 1960 entwickelten sich in Grefrath zwei große Zulieferbetriebe für die Kraftfahrzeugindustrie.

Ortsgeschichte Oedt

Wappen Oedt

Bodenfunde aus der jüngeren Steinzeit und der Eisenzeit, aber auch Funde aus der Römer- und Frankenzeit, verstreut über das gesamte Areal der Altgemeinde Oedt, lassen den Schluss zu, dass hier bereits in einem frühen Stadium das Land urbar gemacht und besiedelt wurde. Mitte des 10. Jahrhunderts gelangte das Land in den Besitz des Erzbistums Köln und erhielt damit erstmals erkennbar einen Landesherrn.

973schenkte Erzbischof Gero von Köln das Oedter Land der Benediktinerabtei Gladbach.
1170erste Erwähnung von "Hude" in einer Schenkungsurkunde des Abtes Robert von Gladbach, in der es u. a. heißt: "apud Hude in ecclesia Nostra", d. h. "in unserer Kirche zu Oedt". Diese zum Fron- oder Herrenhof der Abtei gehörende Kirche oder Kapelle stand an der Stelle der heutigen Kirche. Diesem Hof unterstand der gesamte Hofesverband vom Niederfeld im Norden bis zum Auffeld im Süden. Die Ortsbezeichnung Hude wandelte sich durch die Jahrhunderte über Ude, Uda, Uede, Oyde, Uedde, Oidt, Oed zum heutigen Oedt.
1313"Castrum Ude", die Burg in Oedt, erbaut um 1300 von Dietrich Luf III. von Kleve, urkundlich erwähnt. Im Zuge der Errichtung der Burg, etwa 500 m südwestlich der Kirche in der Niersniederung entstand die Burgsiedlung Oedt etwa 200 m östlich der Burg auf einem Landrücken, zwischen Obertor im Süden und Niedertor im Norden. Kirche und Fronhof außerhalb dieser Bebauung.
1349gelangte die Herrschaft Oedt in den Besitz des Erzbistums Köln und hatte strategische Bedeutung als Grenzfeste gegenüber den Herzogtümern Geldern und Jülich im Westen. Die Herrschaft Oedt wurde als "Amt Oedt" in das Niederstift eingegliedert. Das "Amt Oedt" lag eingebettet zwischen den Flüsschen Niers im Westen und Schleck im Osten und reichte im Norden von der Neersdommermühle über 18 km bis zum Hof Klapdohr bei Schiefbahn im Süden.
1416wurde in der Fehde zwischen dem Kölner Erzbischof und dem Grafen von Berg die Burgsiedlung zerstört. Die Burg wurde nicht eingenommen und sperrte weiterhin den Übergang über die Niers. Der Ort wurde wieder aufgebaut.
1477fielen Burg und Ort Oedt als letzte Bastion in der Kölner Stiftsfehde zwischen Erzbischof Rupprecht von der Pfalz und Hermann von Hessen in die Hände des letzteren, der dadurch Amtsnachfolger wird. Am 19.07.1477 wurde der Friede "uff dem Durmel", einem kleinen Ackergut zwischen Oedt und Mülhausen, besiegelt.
1643zerstörten und brandschatzten hessische Truppen unter Oberst Rabenhaupt Burg und Ort Oedt. Die Wehranlagen wurden nicht wieder hergestellt, die Gebäude dienten nach notdürftigen Instandsetzungen jedoch noch etwa 100 Jahre als Amtshaus.
1757zerstörten französische Truppen, bis auf den noch heute erhaltenen Rundturm, endgültig die Burganlage. Der Schutt diente zum Bau der Straße durch das Niersbruch nach Süchteln-Hagenbroich. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Weberhandwerk in Oedt bezeugt. In dieser Zeit wurde die bauliche Verbindung zwischen Niedertor und Kirche durch den den Ausbau der "Vorstadt" geschaffen.
1794kam Oedt, wie das gesamte Rheinland, unter französische Herrschaft und gehörte zum Arrondissement Kleve.
1798wurde die Honschaft Unterbroich vom Amt Oedt abgetrennt und unter dem Namen Clörath nach Neersen eingemeindet.
1815wurde Oedt durch den Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeschlagen.
1850Gründung der Blaufärberei und Berufskleiderfabrik Peter Mertes.
1879Gründung der Samt- und Plüschfabrik Johannes Girmes. Beide Werke prägten das Ortsbild, bildeten für viele Jahrzehnte den dominierenden Teil des Wirtschaftslebens und damit der Ortsgeschichte.
1861Niederlegung der Tor- und Wallanlagen zur Schaffung von Ausdehnungsmöglichkeiten nach Süden und Osten.
1900Abriss der alten Kirche, 1901 bis 1903 Bau der Vituskirche im neugotischen Stil.
1970Kommunale Neuordnung. Der Ortsteil Hagen wurde abgetrennt und gehört seitdem zur Stadt Viersen. Die Restgemeinde Oedt verlor die Selbstständigkeit und wurde ein Ortsteil der Gemeinde Grefrath.

 

Geschichte der Gemeinde Grefrath

Wappen der Gemeinde Grefrath

Nach der kommunalen Neugliederung wurden die Gemeinden Oedt und Grefrath zur Gemeinde Grefrath zusammengeführt.

 
19701970/71 fand die Landesgartenschau in Grefrath statt und beschert ihr den großen Sport- und Erholungspark "Im Schwingboden". Auf dem ehemaligen Sumpfgebiet gab es bis 1965 einen Bauernhof. Für die Landesgartenschau wurde das 26 ha große Gebiet trockengelegt.
1972In unmittelbarer Nähe des Grefrather Freibades begann der Bau des Eissportzentrums
1974Nach der Eröffnung des Eissportzentrums wird der 400-Meter-Ring und die Außenfläche gebaut
1975Im Ortsteil Oedt wurde die Albert-Mooren-Halle gebaut und eröffnet. Sie erhielt ihren Namen zu Ehren des Augenarztes Prof. Dr. Albert-Mooren, der im 19. Jahrhundert als gebürtiger Oedter unter anderem die erste Augenklinik in Düsseldorf leitete.
1985Bereits Anfang der 80er Jahre wurden die ersten Schritte zur Erschließung eines neuen und großen Wohngebietes im Grefrather Westen eingeleitet, das  Frevènt-Gebiet genannt wird und damit an die französischen Partnerschaftsgemeinde Frevènt erinnert.
1994wurde der ehemalige Bürgermeister Josef Lepers zum Ehrenbürger der Gemeinde Grefrath ernannt.
1994fanden die olympischen Winterspiele im norwegischen Lillehammer statt. Auf seinem Weg von Athen nach Lillehammer machte das olympische Feuer auch im Grefrather Eisstadion halt. Es wurde von zahlreichen Grefrather Sportlerinnen und Sportlern in einem Staffellauf vom Oedter Auffeld bis in das Grefrather Eisstadion getragen.
1998Ein Großbrand beim Autozulieferer Draftex sorgte dafür, dass sämtliche Feuerwehren des Kreises Viersen zur Unterstützung heran gezogen wurden.
1999Herbert Kättner wurde erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Grefrath. Dies war nach der Änderung der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein.Westfalen möglich geworden.