Inhalt

Autobiografie des ehemaligen Bürgermeisters Spickenheuer veröffentlicht

Mitteilung vom 19.11.2021

Die Autobiographie als ehemaligen Grefrather Bürgermeisters Johannes Spickenheuer ist nun veröffentlicht worden. Er gilt als eine der zentralen Figuren in der Geschichte Grefraths. Alfred Knorr und Alfons Breil († 2017) ist es zu verdanken, dass das Kreisarchiv Viersen die Transkription seiner Autobiographie nun im Rahmen der "Kleinen Reihe" veröffentlicht hat. Das abgeschlossene Werk präsentierten das Kreisarchiv Viersen und Alfred Knorr bei einer Feierstunde im Niederrheinischen Freilichtmuseum.

Der im August 1820 in Frechen geborene Johannes Spickenheuer verfasste nach seiner 50 Jahre langen Amtszeit als Bürgermeister (1851-1901) seine Autobiographie mit dem Titel "Autobiographie des Bürgermeisters Johannes Spickenheuer zu Grefrath". Auf 104 Seiten setzt er sich darin mit seinem Leben, der Ortsgeschichte und seinen Entscheidungen als Bürgermeister auseinander. "Dabei erinnerte er sich nicht zuletzt daran, wie er bei seinem Dienstantritt eine völlig verkommene Registratur in Ordnung bringen musste", berichtete der stellvertretende Kreisarchivar Matthias Herm mit einem Augenzwinkern.

1996 übergab die Familie Spickenheuer der Gemeinde Grefrath eine Kopie der unveröffentlichten Autobiographie. Der Heimatverein Grefrath wie auch der langjährige Gemeindedirektor Alfons Breil erkannten die Bedeutung dieser Biographie. Alfons Breil transkribierte sie schließlich originalgetreu mit dem Ziel, diese zu veröffentlichen. Alfred Knorr wertete den Text aus und ergänzte ihn zum besseren Verständnis mit zahlreichen Anmerkungen.

Knorr machte deutlich, dass viele Zufälle zusammenspielten, um die Veröffentlichung möglich zu machen. Die Entdeckungsreise begann im Jahr 1996, als die Tochter des damaligen Bürgermeisters Dieter Dohmessen, Andrea Dohmessen, bei der Familie Spickenheuer in Münster eine Ferienaufgabe übernahm und von Philipp Spickenheuer, ein Enkel von Johannes Spickenheuer, auf Grefrath und seinen Großvater angesprochen wurde. Philipp Spickenheuer besaß die Autobiographie seines Opas, die auf diesen Weg nach Grefrath gelangte. Das war der Anstoß zu einer wunderbaren Entdeckung, die darin mündete, dass die Ortsgeschichte von Grefrath durch ein Dokument bereichert werden konnte.

Viele Mitglieder der Familie Spickenheuer waren nun nach Grefrath gekommen und übergaben dem Kreisarchiv bei der Feierstunde das Original der Autobiographie. "Johannes Spickenheuer hat Grefrath ein halbes Jahrhundert lang geprägt. Seine autobiographischen Aufzeichnungen sind daher als erzählende Quelle eine wertvolle, teils sogar kurzweilige Ergänzung der amtlichen Überlieferung. Ich freue mich sehr, dass wir diese wichtige Quelle jetzt so leicht verfügbar machen konnten und sie außerdem nun im Original im Kreisarchiv haben", so Kreisarchivar Michael Habersack.

Alfred Knorr dankte auch dem Grefrather Heimatvereins für dessen Engagement und Manfred Birk, als den Grefrather Heimatforscher, der Knorr bei der Bearbeitung der Transkription mit seinen Kenntnissen und seinem wertvollen Heimatarchiv unterstützt hat.

"Der Kreis Viersen ist reich an außergewöhnlichen und spannenden Geschichten. Ich freue mich, dass zwei engagierte Bürger die Geschichte von Johannes Spickenheuer entdeckt und nun anderen zugänglich gemacht haben", sagt Ingo Schabrich, Kreisdirektor und Kulturdezernent des Kreises Viersen.

Das transkribierte Werk kann im Kreisarchiv käuflich erworben werden und steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

Vorstellung Autobiografie Spickenheuer